Ringerriege Einsiedeln hatte das Nachsehen

Einsiedeln – Kriessern 11:27, Die Ringerriege Einsiedeln musste gegen Kriessern deutlich Tribut zollen und hatte nie den Hauch einer Chance. Es war letztlich ein verdienter Sieg der ausgeglicheneren und besseren Rheintaler.

W.S. In der Sporthalle erlebten 300 Zuschauer zwei überlegene Hälften von Kriessern. Der Luckypunch der Gäste begann sich schon früh abzuzeichnen. Nach einem starken Beginn konnten sie in der zweiten Hälfe zusetzen, während Einsiedeln kaum mehr ein Bein vors andere brachte. Doch kämpften die Einheimischen gegen den letztjährigen Finalisten, der erstmals in dieser Saison in Bestbesetzung antreten konnte. Für sie lief letztlich alles nach Plan, sie hatten im Verlaufe des Kampfes zusehends alles im Griff.

Deutliche Pausenführung

Zum Auftakt kam es zum Aufeinandertreffen zwischen Robin Biederer und Joel Gächter, die dem nationalen Jugendkader angehören. Die beiden boten einen lange Zeit auf Messers Schneide stehenden Kampf. Gegen Schluss hin konnte der robustere Rheintaler zusetzen und mit 10:2 gewinnen. Mit Ramon Betschart hatten sie ein weiteres heisses Eisen im Feuer. Der Internationale hatte allerdings gegen den unermüdlichen Kämpfer Sven Neyer keine leichte Aufgabe zu bewältigen. Neyer wehrte sich mit allen Mitteln. Er konnte die Niederlage dank seines grossen Kampfwillens mit 1:7 in Grenzen halten und damit einen Mannschaftspunkt ins Trockene bringen. Dass der in dieser Saison erstmals eingesetzte Magomed Dzavadov im Russen-Duell gegen den Siegringer Dimitar Sandov keine Chance haben wird, war vorsehbar. Nach zwei Minuten hatte sein Kontrahent den Überlegenheitssieg erreicht. In einem spannenden Duell zwischen Andreas Burkard und Damian Dietsche ging es wild zu und her, Dramatik war kaum mehr zu überbieten. Burkard lag nach einem blitzschnellen Hüfter seines Widersachers nach der ersten Hälfte mit 6:3 zurück. Dank seiner guten Kondition konnte er den Spiess umdrehen und erstmals gegen diesen unbequemen Gegner mit 7:6 gewinnen. Vesal Akbari war mit seinen blitzschnellen Beinangriffen gegen Sascha Hungerbühler anfangs gut unterwegs und führte bei Halbzeit mit 7:4. Doch dann machte sich bei ihm eine alte Rippenverletzung bemerkbar, die ihm Mühe bereitete. Am Ende musste er mit 15:11 den Kürzeren ziehen. Die Hausherren gingen damit mit einem Rückstand von 5:13 in den Pausentee. Damit war bereits eine Vorentscheidung gefallen.

Kriessern unwiderstehlich

Gleich beim Wiederanpfiff setzten die Rheintaler weitere Akzente. WM-Teilnehmer Fabio Dietsche bekundete gegen Sascha Schmid zwar mehr Mühe als ihm lieb war und kam zu einem knappen 3:1-Sieg. Das Momentum begann aber immer mehr auf die Seite von Kriessern zu kippen. Jan Neyer wehrte sich gegen Dorien Hutter tapfer, handelte zu Beginn jedoch einen zu grossen Rückstand ein. Letztlich kam der Gastringer zu einem 11:2-Arbeitssieg. Gespannt war man in beiden Lagern auf das Duell zwischen Kay Neyer und dem grossgewachsenen Tobias Betschart. In einem hitzigen und nicht zimperlich geführten Gefecht riss der schnellere und aktivere Neyer die Führung bald einmal an sich und konnte diese bis zum Endstand von 11:2 ausbauen. Dabei wusste er mit seinen vielseitigen Angriffen zu gefallen. Wenn die Einsiedler noch siegen wollten, lautete die Vorgabe: Nur noch Vierer zählen. Doch das war für die beiden jungen Lars Neyer und Jan Walker eine zu hohe Hürde. Neyer kämpfte gegen den körperlich überlegenen Marc Dietsche zwar ordentlich, doch konnte er den Überlegenheitssieg (2:17) des WM-Neunten nicht verhindern. Jan Walker wehrte sich gegen Greco-Spezialist David Loher mit allen Mitteln, verlor aber in der zweiten Runde ebenfalls durch technische Überlegenheit.

Kriessern, das mit sechs Kaderringern angetreten war, hatte letztlich verdient die beiden Punkte geholt. Und um ehrlich zu sein: Wenn man nur zwei Exploits schafft, reicht es in der höchsten Liga einfach nicht. Die Rheintaler hatten in ringerischer Hinsicht mehr zu bieten und kämpften wesentlich variantenreicher. In der einen oder anderen Situation liessen die jungen Einsiedler unnötige Punkte liegen. «Die Niederlage ist kein Beinbruch für uns», nahm Einsiedelns Trainer Urs Bürgler die Niederlage gelassen hin.

Start zur Rückrunde

Bereits am nächsten Samstagabend wird zur Rückrunde gestartet. Einsiedeln trifft dabei auswärts auf Freiamt. Die Aargauer sind nach ihrer Niederlage gegen Willisau an zweiter Stelle und wollen natürlich wieder auf die Erfolgsspur zurückkehren. Für Einsiedeln besteht die Möglichkeit, im Hinblick auf die entscheidenden Begegnungen gegen Oberriet und Schattdorf weitere Möglichkeiten auszuprobieren. Die Begegnung wird in Muri ausgetragen.

Zum Abschluss noch zwei Punkte

Einsiedeln 2 hatte zur letzten Qualifikationsrunde in Merenschwand anzutreten. Obschon das Erreichen der Playoffs ausser Reichweite lag und nach hinten auch nichts mehr passieren konnte, nahmen die Einsiedler die beiden Begegnungen keineswegs auf die leichte Schulter. Dabei gelang ihnen mit 14:9 gegen Rapperswil die Revanche für die Vorrundenniederlage. Im

Duell gegen Schattdorf zog das von Heinz Walker betreute Team den Kürzeren (24:8) und schloss damit die Meisterschaft auf dem vierten Platz ab. Freiamt und Schattdorf vermochten sich für die Playoffs zu qualifizieren.

Resultatübersicht:

57 kg: Roger Biederer – Joel Gächter 1:3

61 kg: Magomed Dzavadov – Dimitar Sandov 0:4

65 kg: Vesal Akbari – Sandro Hungerbühler 1:2

70 kg: Jan Neyer – Dorien Hutter 1:3

75 kg: Lars Neyer – Marc Dietsche 1:4

75 kg: Jan Walker – David Loher 0:4

80 kg: Kay Neyer – Tobias Betschart 3:1

86 kg: Sascha Schmid – Fabio Dietsche 1:2

97 kg: Andreas Burkard – Damian Dietsche 2:1

130 kg: Sven Neyer – Ramon Betschart 1:3

Einsiedeln – Kriessern 11:27

Freiamt – Willisau 17:19

Oberriet – Schattdorf 18:17

Tabelle: 1. Willisau 10 P., 2. Freiamt 8 P., 3. Kriessern 6 P., 4. Einsiedeln 4 P., 5. Oberriet 2 P., 6. Schattdorf 0 P.

Werner Schönbächler