Für den Viertelfinal muss ein Sieg her. Die Ringerriege Einsiedeln steht im Auswärtskampf gegen Weinfelden vor einem besonderen Kraftakt. Es kommt zum Duell zwischen dem Zweiten und dem Dritten. Ein Sieg wäre für den Viertelfinal von Vorteil.
W.S. Obschon die Saison der Ringer kurz ist, braucht es viel Schnauf, um ans Ziel zu gelangen. Wenn man so will, treffen die Einsiedler nun langsam auf die Zielgerade der Qualifikation ein. An Durchhaltevermögen dürfte es ihnen nicht fehlen. Sie haben bisher untermauert, dass sie ihren Kurs Richtung Halbfinal fest im Blick haben. Doch vorerst müssen sie den Viertelfinal erfolgreich überstehen. Auf wen sie hier treffen, ist von der Klassierung der Qualifikation abhängig. Der jetzige zweite Rang hinter Kriessern muss mit allen Mitteln verteidigt werden. In der letzten Runde bezwang Einsiedeln das Team Ufhusen mit 29:9. Es war gewiss kein Spektakelsieg, aber die Einsiedler lieferten über weite Strecken eine reife Leistung gegen die taktisch gut eingestellten Luzerner. Sie verdankten ihre bisherigen Erfolge nicht zuletzt der disziplinierten Kampfweise. «Es war wichtig, dass wir diese Partie gewonnen haben», bilanzierte Trainier Urs Bürgler.
Zweiter Rang verteidigen
Ufhhusen kam nach einer missglückten ersten Halbzeit immer besser in Fahrt und forderte den Einsiedlern alles ab. Aber nach diesem kurzen Intermezzo war es schon bald einmal vorbei mit dieser Herrlichkeit. Dabei war Einsiedeln durch die verletzungsbedingten Ausfälle der Brüder Kay und Lars Neyer sowie River Perlungher handicapiert und musste die Aufstellung kurzfristig umstellen. Kam noch hinzu, dass Schwergewichtler Sven Neyer wegen einer Schulterverletzung den Kampf vorzeitig beenden musste. Dass es trotz dieser Widrigkeiten letztlich einen deutlichen Sieg gab, sollte den Einsiedlern eigentlich einen Energieschub geben, schliesslich wollen sie sich im letzten Abschnitt ihres Weges nicht noch überholen lassen. Doch muss noch das Mittel gefunden werden, wie Weinfelden vor eigenem Publikum zu schlagen ist, denn der Schein der Überlegenheit von Einsiedeln trügt. Der Thurgauer Aufsteiger zeigte sich in den beiden letzten Runden stark verbessert und gewann das Schlüsselduell gegen Ufhusen. Mit Volker Hirt haben sie einen erfahrenen Trainer, der die Einsiedler bis in letzte Detail durchschaut hat. So gesehen wird es ein ziemlicher Kraftakt, dem sich Einsiedeln irgendwie stellen muss. Besonders schwierig wird es, wenn nicht alle Leistungsträger fit sind, denn d iese können nicht so ohne weiteres gleichwertig ersetzt werden.
Mit einem Sieg hätte Einsiedeln auf alle Fälle den zweiten Platz vor dem letzten Fight gegen Kriessern gesichert, was für den Viertelfinal ein Vorteil für die Zuteilung ist. Beim jetzigen Tabellenstand hiesse der Gegner Schattdorf. Doch mit solchen Rechenspielchen beschäftigt man sich nicht. Nur so viel gibt Urs Bürgler preis: «Wenn jeder die zuletzt gezeigte Leistung abruft, haben wir gute Chancen, gegen Weinfelden zwei Punkte ins Trockene zu bringen.»
Doch jeder Ringerkenner weiss, dass im Ringen die Aufstellung matchentscheidend ist. Im Gegensatz zum deutlichen Sieg von Einsiedeln im Hinkampf (25:11) darf man bei der Gegnermannschaft von einer Steigerung ausgehen.
Der Kampf wird in der Paul Reinhard Halle in Weinfelden mit Beginn um 20 Uhr ausgetragen.
Werner Schönbächler

