Die beiden Teams haben ihre Karten in den beiden ersten Runden noch nicht offengelegt. Sie sind nach wie vor am Pröbeln mit der Aufstellung. Doch diesmal geht es um die Verteidigung der Leaderposition.
W.S. Aufgrund der beiden ersten Runden, die Einsiedeln und Kriessern siegreich gestalteten, verspricht die Begegnung zwischen diesen beiden Teams ordentlich Brisanz. Sie sind derzeit sorgenfrei und können den Rest der Qualifikation ruhig in Angriff nehmen. Doch Obacht! Beide sind fähig, sich gegenseitig gefährden zu können. Die Kräfteverhältnisse sind dennoch unstreitig: Kriessern ist Favorit, Einsiedeln Aussenseiter. Dennoch haben die beiden ersten Runden schlicht noch zu wenig Fakten geliefert. Aber: Weniger Kredit als die Rheintaler zu haben, das ist so bizzar es klingt – das Beste, was den Einsiedlern passieren kann. Die Niederlage im Halbfinal aus dem Vorjahr gegen Einsiedeln hat die Rheintaler extrem geschmerzt. Dass jetzt das Verlangen nach einer Revanche mitschwinget, ist mehr als verständlich. Sie haben also noch eine Rechnung offen. Doch Einsiedeln dürfte sich in der Rolle des Gejagten pudelwohl fühlen. In dieser Begegnung braucht es keine ringerische Kunst, sondern rustikalisches Handwerk. «Kriessern wird mit der bestmöglichen Aufstellung antreten», vermutet Trainer Urs Bürgler. Gegenüber Einsiedeln haben sie mit Levin Meier, Dominik Laritz und Fritz Reber Internationale in ihren Reihen, was sich als Plus erweisen könnte. Weiter können sie sich auf erfahrene Wettkämpfer wie Ramon Betschart und Fabio Dietsche verlassen.
Aufstellung ist wichtig
Glück und Pech. Freud und Leid. Im Sport ist diese Konstellation allgegenwärtig. Das sind sich die Ringer beidseits bewusst. Deshalb hüten sie sich, trotz des wunschgemässen Starts Überheblichkeit aufkommen zu lassen. Um gegen Kriessern auf einen grünen Zweig zu kommen, müssen die Einsiedler in ihren Aktionen von Beginn an effizient sein. Man kann es drehen und wenden wie man will, Kriessern zählt seit Jahren zu den besten Schweizer Ringermannschaften. Die Kriessern-Bruttoversion ist mit allem Drum und Dran eine Macht. Da lässt sich nicht so einfach ein Rezept finden. Doch haben die Einsiedler vor heimischem Publikum nichts zu verlieren. An einem guten Tag kann es ganz nach dem Gusto des Publikums ein enges Duell werden. Die Aufstellungen dürften in beiden Teams noch offen sein. Somit wird das «Pokern» um die Besetzung der Gewichte erst beim Wiegen eine Stunde vor dem Wettkampf gelöst sein.
Urs Bürgler ist sich bewusst, dass die Gäste von der ersten Minute bereit sind und Gas geben werden. Er fordert deshalb von seinen Ringern einen präsenten Auftritt und hohe Leistungsbereitschaft. Sie müssen auf der Matte individuell sehr viel zeigen, um ein gutes Ergebnis zu schaffen, denn am Ende der sechs Runden der Qualifikation kann jeder Punkt um die Rangierung entscheidend sein.
Die Einsiedler Ringer hoffen bei dieser schwierigen Aufgabe auf zahlreiche Unterstützung zählen zu dürfen. Mehr Einzelheiten zu diesem Fight können dem heutigen Inserat entnommen werden.
Werner Schönbächler

