Die Einsiedler Ringer haben sich in der zweiten Runde keine Blösse gegeben. Sie schafften gegen Aufsteiger Weinfelden einen hart erkämpften, aber letztlich souveränen Sieg. Einige Duelle standen allerdings auf Messers Schneide.
W.S. Eine starke Leistung hat die Ringerriege Einsiedeln im Heimkampf gegen Weinfelden, einer einstigen Ringer Hochburg, gezeigt. Nach diesem souveränen Sieg führt das Team punktegleich mit Kriessern die Tabelle an. Die Einheimischen waren vor 280 Zuschauern auf den Punkt hellwach und haben verdient gewonnen. Zwischenzeitlich sah es aber nicht danach aus, als würden sie acht Einzelsiege holen. Vier Duelle wurden erst in der letzten Minute entschieden.
Geglückter Start
Im Leichtgewicht hielt Stone Perlungher mit blitzschnellen Beinangriffen und gelungenen Freistiltechniken Nawid Haidari locker in Schach. In der zweiten Runde kam er zu einem Schultersieg und sorgte damit für einen geglückten Auftakt. Schwergewichtler Sven Neyer präsentierte sich in einer guten Verfassung. Er diktierte das Geschehen gegen Niklas Blaser von Beginn weg, punktete regelmässig bis sein technischer überhöhter Sieg (16:0) mit wuchtigen Würfen und einer Serie von Überrollern nach bereits 45 Sekunden feststand. Robin Biederer hat sich gegen den erfahrenen Silvan Mühlethaler gut verkauft. Er konnte die Niederlage mit 8:16 im Rahmen halten und damit einen Mannschaftspunkt ins Trockene bringen. Im Gewicht bis 97 Kilogramm kam es zwischen Andreas Burkard und dem sperrigen Robin Zweck zu einem engen Duell. Nachdem Burkard in der ersten Runde mit 1:5 zurücklag, konnte er das Blatt wenden und wenige Sekunden vor Schluss die entscheidende Wertung zum 9:8-Sieg holen. River Perlungher musste hart arbeiten, bis er den Junioreninternationalen Tim Züricher nach einer starken Schlussphase mit 9:6 bezwungen hatte. Damit stand es bei Halbzeit – nach fünf Duellen – 13:5 für Einsiedeln.
Weinfelden blieb gefährlich
Mit diesem beruhigenden Vorsprung konnte das Heimteam die zweite Halbzeit mit viel Zuversicht angehen. Sascha Schmid kämpfte gegen den Junioren-Internationalen Matti Eichmann verbissen, musste aber mit 11:0 den Kürzeren ziehen. Ein Sonderlob verdient Jan Neyer im Gewicht bis 76-Kilo-Greco. Mit seinen wuchtigen Angriffen gegen Leart Ahmedi machte er den Sack bald einmal zu und holte damit das Maximum (4:0) heraus. Gespannt war man auf den Fight zwischen Yves Neyer und Veres Tivadar. Es entwickelte sich ein spannender Schlagabtausch mit gekonnten Freistiltechniken auf Augenhöhe, bei dem jeder Ausgang möglich schien. Dank einer Viererwertung behielt Neyer nach anfänglicher Führung seines Kontrahenten mit 8:6 das bessere Ende. Gino Gugolz lag nach der ersten Runde gegen den erfahrenen Roger Junker mit 4:0 zurück. Mit zunehmender Kampfdauer gelang es ihm dank einer starken Willensleistung und gelungenen Aktionen Terrain gutzumachen und mit 10:6 den Sieg an seine Fahne zu heften.
Zum Abschluss zeigte Jan Walker eine sehenswerte Palette von tollen Würfen, mit denen er schnell einmal das Geschehen an sich riss und das Publikum zu begeistern vermochte. Er vermochten mit schnellen Angriffen und tollen Würfen das Publikum zu begeistern. In der zweiten Runde kam er zu einem technisch überhöhten Sieg (18:1).
Einsiedeln hat gegen den aufsässigen Liganeuling Weinfelden mit einer reifen Leistung letztlich deutlich gewonnen. Dabei beanspruchten die Einheimischen manchmal das nötige Quäntchen Glück. «Bei uns ist fast alles aufgegangen. Der erfolgreiche Auftakt war für den weiteren Verlauf matchentscheidend. Doch widerspielt das Resultat in keiner Weise den Kampfverlauf, die Gäste haben uns hart gefordert», war der Kommentar von Einsiedelns Trainer Urs Bürgler.
Resultatübersicht:
F=Freistil; G=Giechisch-römisch
57 kg (F): Stone Perlungher – Nawid Haidari 4:0
60 kg (G): Robin Biederer – Silvan Mühlethaler 1:3
65 kg (F): River Perlungher – Tim Zürcher 2:1
67 kg (G): Jan Neyer – Leart Ahmedi 4:0
74 kg (F): Gino Gugolz – Roger Junker 2:1
77 kg (G): Jan Walker – Domenik Keller 4:1
86 kg (F): Yves Neyer – Veres Tivadar 2:1
87 kg (G): Sascha Schmid – Matti Eichmann 0:3
97 kg (F): Andreas Burkard – Robin Zwick 2:1
130 kg (G): Sven Neyer – Niklas Blaser 4:0
Gruppe B:
Einsiedeln – Weinfelden 25:11
Ufhusen – Kriessern 10:30
Tabelle: 1. Einsiedeln, 4 P., 2. Kriessern, 4 P., 3. Ufhusen, 0 P., 4. Weinfelden 0 P.
Gruppe A:
Oberriet – Willisau 12:26
Freiamt – Schattdorf 17:16
Tabelle: 1. Willisau, 4 P., 2. Freiamt, 2 P., 3. Schattdorf, 2 P., 4. Oberriet 0 P.
Spitzenduell gegen Kriessern
Am nächsten trifft Einsiedeln daheim auf Kriessern. Die Rheintaler sind neben Willisau und Freiamt der grosse Favorit auf den Meistertitel. Für Einsiedeln ist es eine grosse Herausforderung und eine echte Messlatte im Hinblick auf den weiteren Verlauf. Die beiden Teams dürften in der Qualifikation die beiden erste Plätze unter sich ausmachen. Dabei ist davon auszugehen, dass Kriessern mit der bestmöglichen Aufstellung in Einsiedeln antreten wird. Dabei können sie auch auf den Einsatz von Internationalen zählen. Besonders in den mittleren Gewichten sind die Rheintaler eine schier uneinnehmbare Festung.
Einsiedeln 2 weiter erfolgreich
Die zweite Runde der Regionalliga wurde in Weinfelden ausgetragen. Nachdem das junge Einsiedler Team vor einer Woche mit einem Sieg gestartet war, folgten zwei weitere Bewährungsproben. Dabei bezwangen die Einsiedler das Team von Oberriet mit fünf Siegen und drei Niederlagen mit 20:12. Mit einem weiteren Sieg gegen Winterthur (21:12) liegt Einsiedeln mit einer Begegnung weniger hinter Weinfelden auf dem zweiten Zwischenrang von insgesamt sieben klassierten Mannschaften.
Werner Schönbächler

