NLA-Mannschaftsmeisterschaft, 1. Runde: Einsiedeln – Ufhusen

Die Ringerriege Einsiedeln eröffnet morgen Samstagabend die Saison gegen Liganeuling Ufhusen in der Turnhalle Trachslau. Mit viel Zuversicht, aber Demut blicken die Verantwortlichen dem Auftakt gegen den Liganeuling entgegen.

W.S. Zur Saison 2026 startet die Mannschaftsmeisterschaft im Ringen in eine neue Ära. Der Ringerverband Swiss Wrestling hat den Wettbewerb grundlegend verändert. Für alle acht NLA-Teams bedeutet das vor allem eins: Es soll spannender werden. Da die Kämpfe in zwei Gruppen ausgetragen werden, wird das Championat gekürzt. Weiter ist der Matchbeginn um eine Stunde vorverlegt (neu 19 Uhr) worden.   Die Ringerriege Einsiedeln und auch andere Klubs taten sich damit nach Bekanntwerden schwer und es hagelte an Kritik. Doch mittlerweile nimmt man  diese Situation wohl oder übel an und hat sich darauf eingestellt. Jene, die nur ein wenig etwas von Ringen verstehen, wissen, dass es nicht einfacher werden wird. Die Kämpfe werden intensiver, Ausrutscher sind nicht mehr so ohne weiteres auszubügeln.  

Da keine Austauschringer von unteren Ligen mehr eingesetzt werden dürfen, sehen sich die Klubs gezwungen, eigenen Nachwuchs sorgfältig in die erste Mannschaft einzubauen, was leichter gesagt, als getan ist.

Stunde der Wahrheit

Trotz dieser Wirren im Vorfeld gilt es nun die Karten aufzudecken. Der Aufstellungspoker, der bei der Mannschaftsmeisterschaft, eine zentrale Rolle einnimmt, ist für die Gedankenspirale der Verantwortlichen besonders kompliziert. Einsiedelns Cheftrainer Urs Bürgler, der einige Erfahrung mitbringt, unterschätzt Liganeuling Ufhusen nicht. «Jeder Kampf beginnt bei Null, man kann sehr schnell in eine Abwärtsspirale geraten, wenn man nicht genau hinschaut. «Er weist daraufhin, dass die Challenge League (NLB) in den letzten Jahren aufgeholt hat und stärker geworden ist. Der Unterschied zur höchsten Liga ist gar nicht mehr so gross.

Da die Luzerner über einen starken Unterbau aus der Jugend verfügen, könnte es am Samstagabend spannend werden. Daneben verfügen Dario Stadelmann, Remo Falleger und das Brüderduo Simon und Joel Marti, die in ihren Gewichten zur nationalen Spitze gehören, über viel Erfahrung. Mehr Erfahrungswerte gibt es über dieses Team nicht. Urs Bürgler tut gut daran, neben jungen Ringern auf etablierte Stammkräfte wie Andreas Burkard, Andrii Vyshar, Sven und Yves Neyer sowie den einzigen Internationalen Damian von Euw zu setzen.   Wenn man die Ergebnisse von Ufhusen der letztjährigen Meisterschaft genau betrachtet, sieht man, dass sie manchmal das Glück des Tüchtigen auf ihrer Seite hatten. Die Gäste können aber stolz darauf sein, was sie in den letzten Jahren zustande gebracht haben. Die Mischung stimmt bei ihnen, was sie für alle Gegner unberechenbar macht. Der Schritt in die höchste Liga ist für das 900-Seelen-Dorf eine grosse Herausforderung. Sie haben aber wie Einsiedeln auch, die Hausaufgaben im Vorfeld erledigt. Die Mannschaften stehen, die Mannschaftsmeisterschaft kann beginnen.

Die Aufstellung, die im Ringen mit den verschiedenen Gewichten und den beiden Stilarten wohl von entscheidender Bedeutung ist, wird über Sieg oder Niederlage entscheiden. Wichtig für Einsiedeln ist ein guter Start, weil der Gegner in den mittleren Gewichten einige Trümpfe in ihren Reihen hat, die stechen könnten. Bürgler hält weiter fest, dass im Ringen viel Unvorhergesehenes passieren kann. «Mein Ringer wissen, dass ihnen unberechenbare und hungrige Gegner gegenüberstehen.» Und wie die Luzerner so sind, sie nehmen es eben, wie es kommt. Mit dieser Einstellung hatten sie in den letzten Jahren Erfolg.

Trachslau und die Neyers

Zum ersten Mal wird ein Ringermatch in der Turnhalle des neuen Schulhauses Trachslau ausgetragen. Dieser Ort wird in Ringerkreisen mit der Ringerfamilie Neyer in Verbindung gebracht. René Neyer, Olympiateilnehmer 1984 und 1988, war einer der erfolgreichsten Schweizer Freistilringer. Seine fünf Söhne Kay, Lars, Jan, Yves und Sven sind ebenfalls erfolgreiche Athleten auf den Matten. So gesehen darf der Austragungsort als eine Ehrerweisung für die Neyers betrachtet werden.

Die Ringerriege Einsiedeln hofft, auf zahlreiche Unterstützung zählen zu dürfen. Mehr Einzelheiten können dem Inserat entnommen werden.

Werner Schönbächler