Kriessern gewinnt mit einem Sieg die Qualifikation, Kriessern – Einsiedeln 23:11

Der Spitzenkampf zwischen Kriessern und Einsiedeln hielt nicht, was man im Vorfeld erwartet hatte. Die Rheintaler hatten gegen einen stark dezimierten Gegner die besseren Karten und siegten überlegen.

W.S. Mit dem Ringerfight der beiden Führenden ging die Qualifikation in der Mehrzweckhalle Untervaz zu Ende. Nach der Abwaage zeigte sich, dass Einsiedeln nicht mit der stärksten Formation ins Bündnerland gereist war, was sich bald einmal rächte.  Von zehn Kämpfen konnten die Einsiedler nur gerade drei zu ihren Gunsten entscheiden.

Im Leichtgewicht (55 kg, Greco) musste Robin Biederer gegen Manuel Zäch eine Forfaitniederlage hinnehmen.  Sven Neyer überrumpelte im Schwergewicht mit Beinangriffen und Überrollern Fabian Ulmann mit 9:0 und konnte damit die Startniederlage beinahe ausbügeln. Den wohl spannendsten Fight des Abends lieferten sich Dominik Laritz und River Perlungher, die beide auch erfolgreich Mixed Martial Arts (MMA) betreiben. Sie zeigten dem Publikum ein Dessert von  reich gespickten technischen Finessen. Obschon Perlungher in Schieflage geriet, konnte er die Niederlage mit 12:6 im Rahmen halten. Der körperlich überlegene Damian Dietsche und Davide Stanisci  neutralisierten sich gegenseitig über weite Strecken und warteten auf eine Schwäche ihres Kontrahenten. Am Schluss verlor Stanisci gegen den ehemaligen Kaderringer mit 5:0. Der Russe Dimitar Sandov schickte den erstmals eingesetzten Shahi Ahmed technisch überhöht mit 16:0 in die Wüste. Dabei zeigte Sandov sein grosses Können im griechisch-römischen Stil. Bei Halbzeit lag Kriessern mit 12:4 vorn. So hoch war Einsiedeln in dieser Saison nach der ersten Hälfte noch nie zurückgelegen.   

Nicht viel Resultatkosmetik

Andreas Burkard konnte mit seinem hart erkämpften 5:2 gegen Daniel Loher das Resultat leicht verkürzen. Doch postwendend liess Sandro Hungerbühler Roman Bisig technisch überhöht (16:0) in die Röhre gucken. Obschon Jan Walker nie aufgab und gegen den Ukrainer Artemi Utochkin stark dagegenhielt, musste er am Ende mit 8:1 als Verlierer von der Matte. Damit konnte Einsiedeln die Niederlage beim Stand von 19:7 nicht mehr abwenden. Der bisher so glänzend disponiert gewesene Jan Neyer gelang es nicht, gegen Fritz Reber Akzente setzen und musste eine technisch überhöhte Niederlage (17:0) hinnehmen.   Pavel Untila gelang zuletzt noch etwas Resultatkosmetik. Mit seinen schnellen Beinangriffen setzte er Michel Steger  sofort unter Druck und holte in regelmässigen Abständen die nötigen Punkte zu seinem vorzeitigen Sieg durch technische Überlegenheit (16:0) Trotzdem gab es an der 23:11-Niederlage von Einsiedeln nichts zu rütteln. Mit diesem Sieg konnten Rheintaler auch die Gesamtwertung in der Qualifikation mit dem Maximum von zwölf Punkten gewinnen und bleiben ein ganz heisser Favorit auf den Titelgewinn. Besonders vor eigenem Publikum ist das Team eine Macht.  Bei den Einsiedlern muss hingegen ein gewaltiger Ruck für das Erreichen der Playoffs durch die Reihen gehen. Es bleibt zu hoffen, dass sich die Mannschaft bald wieder finden wird.  «Wir können die Uhr nicht mehr zurückdrehen und müssen den Blick nun nach vorn richten», sagte Trainer Urs Bürgler.

Viertelfinal gegen Schattdorf

Nach der Qualifikation beginnt mit dem Viertelfinal die erste K.-o.-Runde der acht Teilnehmer der Nationalliga A. Dabei treten sie in einem Hin- und Rückkampf (17./31. Oktober) gegeneinander ein. Das Team, das mehr Gesamtpunkte erzielt, zieht ins Halbfinale ein. Dabei trifft Einsiedeln zuerst auf das drittplatzierte Schattdorf der Gruppe A. Die Urner, die bisher Hochs und Tiefs durchmachten, dürfen keinesfalls unterschätzt werden. Das junge Team hat immerhin vier Punkte in der Qualifikation ins Trockene gebracht. Wenn sie mit ihrer besten Formation antreten können, sind sie zu vielem fähig und ein unberechenbarer Gegner. Der Match wird am nächsten Samstagabend  voraussichtlich in Beckenried ausgetragen.

Gesamtsieg in der Regionalliga

An der in Buch am Irchel bei Winterthur ausgetragenen, letzten Runde der Regionalliga Ost  ging es um einiges. Um die beiden ersten Ränge kam es zur Begegnung zwischen den beiden führenden Einsiedeln und Weinfelden. Man spürte es förmlich, dass beide Teams den Sieg wollten. Nach spannenden Kämpfen mit mehreren knappen Ergebnissen behielt Einsiedeln mit 18:10 das bessere Ende und konnte damit nicht mehr vom ersten Rang verdrängt werden. Für Einsiedeln setzte es neben fünf Siegen drei Niederlagen ab. Der 17-jährige Silvan Steinauer sorgte mit seinen 12:10-Punktesieg gegen den erfahrenen Ringer und Schwinger Markus Schläpfer, der im Besitz von 42 Schwingerkränzen ist, für die grösste Überraschung dieser Schlussrunde.   Der deutliche  28:4-Erfolg gegen Rapperswil war nur noch reine Resultkosmetik. Die Reservemannschaft hat an diesem Samstag die Ehre der Ringerriege Einsiedeln gerettet.

Um den Meistertitel trifft Einsiedeln am nächsten Samstag auswärts auf Schattdorf. Das Datum des Rückkampfes  in Einsiedeln wird noch festgelegt.  Der Sieger aus beiden Begegnungen steigt in die Nationalliga B auf, was wohl für beide  Teams kein Ziel sein dürfte.

Resultatübersicht:

(G=griechisch-römisch; F=Freistil)

55 kg (G):        Manuel Zäch – Robin Biederer 4:0

61 kg (F):         Dominik Laritz – River Perlungher 2:1

63 kg (G):        Dimitar Sandov – Shahi Murtaza 4:0

70 kg (F):         Sandro Hungerbühler – Roman Bisig 4:0

72 kg (G):        Fritz Reber – Jan Neyer  4:0

79 kg (F):         Michael Steger –  Pavel Untila 0:4

82 kg (G):        Artemi Utochkin – Jan Walker 2:1

92 kg (F):         Daniel Loher – Andreas Burkard 1:2

97 kg (G):        Damian  Dietsche – Davide Stanisci  0:2

125 kg (F):       Fabian Ulmann – Sven Neyer 0:3

Gruppe B:

Kriessern – Einsiedeln 23:11

Weinfelden – Ufhusen 22:15

Tabelle: 1. Kriessern, 12 P., 2. Einsiedeln, 8 P., 3. Weinfelden, 4. P. 4. Ufhusen, 0 P.

Gruppe A:

Schattdorf – Willisau 13:23

Oberriet – Freiamt 15:23

Tabelle: 1. Willisau, 12 P., 2. Freiamt, 8 P., 3. Schattdorf, 4. P., 4. Oberriet, 0 P.

Regionalliga: Ost

Weinfelden – Einsiedeln 10:18

Einsiedeln – Rapperswil 28:4Tabelle: 1. Einsiedeln, 22 P., 2. Kriessern, 18 P., 3. Weinfelden, 18 P., 4. Oberriet, 8 P., 5. Winterthur, 8 P., 6. Rapperswil, 6 P., 7. Zürich, 0 P.