Greco-Schweizermeisterschaften der Kadetten und Junioren in Oberriet

Drei Meistertitel und eine Bronzene an den Schweizer Meisterschaften.
Vier Teilnehmer, vier Exploits: Die Einsiedler Quartett holten an den Titelkämpfen drei Siege und einen dritten Platz. Damit übertrafen sie bei weitem die Erwartungen.

W.S. Am letzten Samstag wurde die Serie der diesjährigen Titelkämpfe in Oberriet in den Kategorien Kadetten (11 bis 14 Jahre) und Junioren (16 – 20 Jahre) abgeschlossen. Die Ringerriege Einsiedeln startete mit einer kleinen, aber feinen Delegation. Sie holte mit vier Podestplätzen das Bestmögliche heraus. «Ein optimales Turnier.» So bilanzierte Trainer Urs Bürgler das Abschneiden seiner Schützlinge. In zwanzig Kämpfen gab es nur gerade eine Niederlage, was eine ausgezeichnete Note verdient.

Biederer überraschte

Im Gewicht bis 60 Kilogramm wartete der 19-jährige Maurer-Lehrling Robin Biederer mit einer starken Leistung auf. Nachdem ihm im freien Stil an den Meisterschaften das nötige Quäntchen Glück fehlte, zog er diesmal mit drei Siegen durch technische Überlegenheit in den Final ein. In einem spannenden Duell wies er Sven Krummenacher mit herrlichen Würfen ebenfalls technisch überhöht in die Schranken. Generell gelang ihm eine sehr souveräne und effiziente Meisterschaft. Es ist erstaunlich, welche Fortschritte er im griechisch-römischen Stil gemacht hat und mit welchem Selbstvertrauen er ans Werk ging.  Weiter verfügt er über eine ausgezeichnete Athletik und Vielseitigkeit. An diesen Eigenschaften bissen sich seine Kontrahenten vergeblich die Zähne aus.

Pretetiatko

Ilias Pretetiatko, der bei den Aktiven Zweiter wurde, machte ein weiteres Mal auf sich aufmerksam. Der 20-jährige ETH-Architekturstudent, konnte sich gegenüber den letzten Einsätzen steigern und beeindruckte mit seinen technischen Fähigkeiten in dieser Stilart. Diese hat er sich in seinem Heimatland Ukraine erworben. Auf dem Weg zu seinem Titelgewinn war er fünfmal erfolgreich. Viermal durch technische Überlegenheit, einmal nach Punkten. Die Ausmarchung um Platz eins entschied er gegen Livio Grossmann bald einmal technisch überhöht. Mit dieser Leistung ist er zu einem aussichtsreichen Kandidaten für die Aufnahme ins Nationalkader geworden. Der ehrgeizige Student will mehr, denn der nationale Titelgewinn verkörpert für ihn noch längst nicht das höchste Gefühl. Seiner ringerischen Entwicklung darf man jedenfalls gespannt entgegenblicken.

Oskuiis einfach brillant

Wenn die Zwillingsschwestern Helia und Helena Oskuii auf die Matte treten, sind sie wie Raubkatzen. Die beiden sind schon lange beim Ringen dabei und verfügen über eine solide Grundtechnik. Was bei ihnen weiter gefällt: Beide sind Instinkt-Ringerinnen. Sie sind wie Raubkatzen, sie haben Naturreflexe und Beweglichkeit, was etwas vom Wichtigsten im Ringen ist. Dass sie sich auch gegen männlichen Konkurrenten durchzusetzen vermögen, zeigten sie auf eindrückliche Art. Helia holte im Gewicht bis 38 Kilogramm mit fünf überlegenen Siegen den Meistertitel. Helena schaffte es ein Gewicht höher bis 42 Kilo auf den dritten Platz. Nachdem sie in der Vorrunde eine Niederlage hinnehmen musste, gelang ihr um den dritten Platz die Revanche gegen den gleichen Gegner. Trotz dieser schönen Erfolge wissen beide, dass sie weiter hart an sich arbeiten müssen. Wenn sie den nötigen Willen für die vielen Trainings und Jugendkader aufbringen, dürfte bei ihnen weiterhin die Post abgehen.

Werner Schönbächler