Die heisse Phase in der Endrunde zur Mannschaftsmeisterschaft beginnt morgen Samstagabend in Beckenried. Dabei redet die Ringerriege Einsiedeln ein Wörtchen mit. Sie kämpft gegen Schattdorf in zwei Duellen um den Einzug unter die besten vier Teams.
W.S. Mit dem Viertelfinal wird die Entscheidung der Mannschaftsmeisterschaft eingeläutet. Wenn die vier Playoff-Plätze vergeben werden, müssen alle an der Kasse vorbei. Die Trainer, die technischen Leiter, aber auch die Ringer. Die letzten Partien sind daher die schwierigsten des Jahres. Weil es nicht mehr für alle um gleich viel geht. Vorne üben die Titanen für die anstehenden Playoffs, hinten geht es ums sportliche Überleben. Nie ist Ringen unberechenbarer, nie zählt die Statistik weniger, nie sind die Prognosen schwieriger. Es wird ein Kapital mehr um den Auf- oder Abstieg geschrieben. Im Ringen ist es noch üblich, dass Vereine mit kleinem Budget die Playoffs schaffen können. In der höchsten Kampfklasse werden aber bereits in den Viertelfinals keine Fehler verziehen. Doch die Playoffs sind noch gnädig, weil sie die Chance bieten, Fehler im Rückkampf sofort zu korrigieren.
Erste Hürde gegen Schattdorf
Die Ringerriege Einsiedeln hofft gegen Schattdorf eine gute Ausgangslage für den Rückkampf in zwei Wochen zu schaffen. Einfach wird es gegen die zähen Urner aber kaum. Sie haben ein kompaktes Kader mit jungen, ehrgeizigen Ringern in ihren Reihen. Da müssen die Einsiedler in jeder Gewichtsklasse aufpassen. Sicherlich dürften seit dem letzten Kampftag der Qualifikation vor einer Woche die beiden Trainer viel über die Aufstellung gegrübelt und sich dabei wie Schachspieler gefühlt haben, die bekanntlich immer den nächsten Zug des Gegners einrechnen müssen, um erfolgreich zu sein. Sie werden sich bis zuletzt nicht in die Karten schauen lassen. Es hat schon immer seinen Reiz gehabt, wenn dem Kontrahenten bereits auf der Waage ein kleines Schnippchen geschlagen werden kann. Auf diese Weise eilt dem Wiegen eine gewisse Spannung und Freude voraus.
In Beckenried
Eines haben die beiden Rivalen gleich: Die letzte Runde der Qualifikation haben sie verloren. Einsiedeln kehrte gegen Kriessern mit einer 23:11-Niederlage zurück, Schattdorf musst sich daheim gegen Willisau mit 23:13 geschlagen geben. Beide Teams glauben in Beckenried an den Erfolg. Aktuell werden die Trainer ihre Ringer so geht wie möglich auf den Fight vorbereiten. Dabei hoffen sie, dass alle fit sind. «Ich lasse momentan so wenig wie möglich an mich heran», sagt Einsiedelns Trainer Urs Bürgler. Eine gewisse Anspassung sei schon da, gibt er zu. Schattdorf hofft, dass es mit heimischen Publikum im Rücken den Sieg schaffen kann. Die Urner tragen ihre Heimkämpfe im Exil in Beckenried aus, weil ihre Halle in Schattdorf zu klein ist. Für die Einsiedler Ringersportfans heisst es zeitig anzureisen, wenn sie das Duell in der Turnhalle Isenringen von den Sitzen aus verfolgen wollen. Der Beginn ist auf 20 Uhr angesetzt.
Finalkampf in der Regionalliga
Im Vorkampf treffen am Samstag die beiden Reservemannschaften von Schattdorf und Einsiedeln aufeinander. Beide Teams haben in ihren Gruppen die Regionalmeisterschaft gewonnen und machen den Meistertitel in zwei Kämpfen unter sich aus. Die Einsiedler sind nach einem verhaltenen Beginn über sich hinausgewachsen und haben zwei Runden vor Schluss Weinfelden von der Spitze abgelöst. Mit dem ersten Rang hat die Mannschaft mehr erreicht, als erwartet werden durfte. Auf Schattdorfs Seite ist man vor eigenem Anhang besonders motiviert und hofft den Schwung aus der Qualifikation mitnehmen zu können. Das Duell beginnt in der Turnhalle Isenringen um 18 Uhr.
Am Samstag, 31. Oktober, herrscht dann in Einsiedeln Hochbetrieb. In der Sporthalle Brüel werden die Rückkampfe der beiden Ligen ausgetragen. Dann wird sich zeigen, ob Einsiedeln den Einzug in die Playoffs schafft oder Einsiedeln 2 den Titel in der Regionalliga holt.
Werner Schönbächler
