Einsiedeln gegen Ufhusen: Zweiter gegen Vierter. Obschon die Einsiedler klare Favoriten sind, dürften sie den Gegner keineswegs auf die leichte Schulter nehmen.
W.S. Der Sturm ist vorbei, die Gewalt aus Kriessern hat sich wieder verzogen. Es war ein emotionaler Fight zwischen diesen beiden Teams. Am Ende stand ein knappes Ergebnis an der Anzeigetafel. Es waren zehn Kämpfe, die mit einem hohen Tempo und grosser Intensität geführt wurden. Jeder noch so kleine Fehler wurde sogleich bestraft. Das sind Erkenntnisse, die man mitnehmen kann. Doch Schwamm darüber. Was war, zählt schon nicht mehr.
Noch nie in Bestformation
Die Ringerriege Einsiedeln Ausgabe 2026 löste bisher die ganze Brandbreite von Emotionen aus. Was soll man eigentlich von diesem Team halten? Der Pessimist sagt, dass es schwierig werden wird, den letztjährigen zweiten Platz zu verteidigen. Der Optimist interveniert: Es ist noch zu früh, um die Stärke des Teams richtig einschätzen zu können. Irgendwo in der Mitte dürften sich die beiden mit ihren Aussagen treffen.
Nach der Rückrunde stellt man sich die Frage, ob Liganeuling Ufhusen für die höchste Kampfklasse genügend ist. Man weiss, dass auf der Matte vieles möglich ist. Ja, die Luzerner können ein brandgefährlicher Herausforderer sein, wenn endlich alle Ringer einsatzbereit sind. So fehlt bei ihnen verletzungsbedingt mit Schweizermeister Joel Marti ausgerechnet jetzt die wichtigste Stütze. Letzte Saison war er als Austauschringer bei Willisau im Final als wichtiger Punktesammler gegen Einsieden dabei.
Doch auch Einsiedeln konnte noch nie mit der besten Formation antreten. So steht Kay Neyer während der ganzen Mannschaftsmeisterschaft nicht zur Verfügung. River Perlungher fehlte gegen Kriessern ebenfalls wegen einer Verletzung. Umso wichtiger wird der Auftakt sein. Mit einem guten Start kann der Funke auf das ganze Team überspringen.
Das Credo von Einsiedeln gegen Ufhusen muss lauten: Locker bleiben, dem Gegner den nötigen Respekt entgegenbringen und ganz zentral: den eigenen Fähigkeiten vertrauen. Trainer Urs Bürgler sagt: «Alles, was bis jetzt gewesen ist, hat keine Relevanz mehr. Die Festplatte muss gelöscht werden.» Aber ist das wirklich so einfach? Nach dem deutlichen 31:5-Vorrundensieg haben die Einsiedler ein guten Gefühl bekommen. Doch diesen Flow aufrechtzuerhalten, ist schwierig. Mit einem Sieg würde sich Einsiedeln für die nächsten beiden Duelle in eine gute Ausgangslage bringen.
Die Einsiedler bauten auf eine erfolgreiche Rückrunde und hoffen die Qualifikation für die Playoffs baldmöglichst schaffen zu können. Sie werden dafür von der ersten bis zur letzten Sekunde Gas geben, denn im Sport gibt es keinen Wunschzettel. Für weitere Bonuspunkte müssen sie wirklich alles in die Waagschale werfen. Die Luzerner wollen den Favoriten fordern und etwas ärgern. Für den einen oder andern Nadelstich sind sie durchaus in der Lage.
Der Kampf wird in der Friedli-Bucher-Halle in Ufhusen ausgetragen. Der Beginn ist auf 20 Uhr angesetzt.
Werner Schönbächler

