Beim Jahresrückblick des Ostschweizer Ringerverbandes wurde die Ringerriege Einsiedeln für den Gewinn der Silbermedaille an der letztjährigen Mannschaftsmeisterschaft besonders erwähnt. Neben viel Erfreulichem gab es auch hitzige Diskussionen, sodass sich der Ablauf in die Länge zögerte.
W.S. An der Delegiertenversammlung des Ostschweizer Ringverbandes wurde am letzten Freitagabend unter der Leitung von Simon Helbling (Schübelbach) ein gerütteltes Mass an Arbeit bewältigt. Dabei war herauszuhören, dass die Vereinsdelegierten im Gegensatz zu früheren Jahren gewillt sind, zusammenarbeiten, was auch nötig ist, um den Ringsport weiterzubringen. Dabei zeigt man sich auch für neue Ideen offen. So war dem Versuch, an Nachwuchsturnieren auch Kampfrichter ohne Ausbildung einzusetzen, ein Erfolg beschieden. Dabei werden sie von Unparteiischen mit der nötigen Ausbildung eingeführt und unterstützt.
In seinem Jahresbericht hob der Vorsitzende hervor, dass die ringerische Arbeit im Berichtsjahr kaum etwas zu wünschen übrig. Den Vorbehalt, dass es in den drei Ligen der Mannschaftsmeisterschaft keinen Titelgewinn gab, konnte er allerdings nicht verkneifen. Als besonderen Höhepunkt hob er aber den zweiten Platz der Ringerriege Einsiedeln in der höchsten Kampfklasse hervor. An den Schweizermeisterschaften gab es bei den Aktiven 11 Titel (+2), bei den Junioren 12 (+1) und bei den Kadetten 6 (-5). An internationalen Turnieren stechen zwei Bronzemedaillen und drei fünfte Plätze an Topturnieren hervor. Ramon Betschart lieferte an den Weltmeisterschaften der Aktiven mit dem fünften Rang das wertvollste Ergebnis. Dabei verpasste er eine Medaille nur knapp. Mit diesen Klassierungen haben die Schweizer Kaderathleten gezeigt, dass sie international durchaus vorne mitringen können. Dafür müssen auch grosse Anstrengungen unternommen werden. So sind in den beiden Leistungszentren Aristau und Rheintal ausgebildete Tainer im Teilamt angestellt. Von der Ringerriege Einsiedeln zählt auch Alexander Golin zur Trainercrew. Er ist weiter für das U20 Nationalkader verantwortlich. Neben der finanziellen Untersützung von Swiss Olympic werden aber auch der Verband und die Vereine zur Kasse gebeten. Dass in der Verbandsrechnung trotzdem ein Gewinn vorgewiesen werden konnte, zeigt, dass mit den finanziellen Mitteln haushälterisch umgegangen wird. Dennoch wird man künftig ohne Sponsoring nicht mehr auskommen.
Änderungen umstritten
Für hitzige Köpfe sorgte der Vorschlag von Swiss Wrestling, die Einzelmeisterschaften in beiden Stilarten bei den Frauen und Männern an einem Tag auszutragen. Mit dieser Massnahme verspricht man sich eine Aufwertung des Anlasses und bessere Beteiligung der Kaderringer, die vielfach gleichzeitig in Trainingslagern und an internationalen Turnieren im Einsatz stehen. Von Swiss Olympic wird gewünscht, dass man sich beim Terminkalender bei den Meisterschaften am Weltverband orientiert, was auch auf die Gewichtsklassen zutrifft. Da diese Forderung für heisse Köpfen sorgte, werden die Verbandsverantwortlichen wohl so klug sein und nochmals über die Bücher gehen. Von den Delegierten wurde ins Feld geführt, dass Hallen mit einer Grösse für vier Ringermatten in der Schweiz Mangelware sind.
Hingegen wird das aufgegleiste Projekt der Verkürzung der Jugendmannschaftsmeisterschaft weiter verfolgt. Der Antrag, dass liechtensteinische Staatsangehörige künftig als Ringerschweizer gelten, wurde deutlich angenommen.
Nachdem die die Ringerriege Einsiedeln in diesem Jahr das Internationale Turnier des Oschweizer Ringerverbandes übernimmt, wurde ihr für 2027 das nationale Jugendturnier zugesprochen. Der Vergabe der sechs weiteren Anlässe war reine Formsache und rasch erledigt. Am 3./4 Juli 2027 werden in Sulgen die Eidgenössischen Ringertage ausgetragen. Ein Organisationskomitee hat mit den Vorbereitungen bereits begonnen.
Werner Schönbächler
