Vorschau: Playoff-Rückkampf, Einsiedeln gegen Kriessern

Die Ringerriege Einsiedeln kämpft am Samstagabend vor eigenem Publikum um den Einzug in den Final. Kriessern hat dasselbe vor.

W.S. Achtung, ganz heisse Kiste! Jetzt geht es um die Wurst. Nun lautet die Devise: Siegen oder fliegen. Es knistert und brodelt. Funktionäre, Trainer und Ringer sind schon Tage vor dem Fight angespannt und freuen sich auf den Rückkampf in diesem Kracher-Duell. Anderseits aber ist die Anspannung vor dem Kampf auf Augenhöhe natürlich riesig. Jetzt gilt es, die richtige Balance zu finden. Ein Fehler kann schon das Ende bedeuten. Da müssen die Nerven halten. Die Ringer hatten nach dem aufwühlenden Kampf gegen Kriessern die Gelegenheit, tief Luft zu holen und Blessuren auszukurieren. Aufgrund des intensiven Programms in den letzten Wochen laufen einige Ringer auf dem Zahnfleisch. Wie bei einem Mobiltelefon bewegt sich die Batterie nach harten Duellen im roten Bereich, unter 20 Prozent.

Zwei Punkte mehr

Gemeinsam und einträchtig sassen Trainer Urs Bürgler und seine Ringer nach Kampfende am letzten Samstagabend auf der Matte. «Es war mit 17:16 ein knappes Ergebnis, ein knapper Sieg wäre mir natürlich lieber gewesen», sagte der Coach. Dass die Einsiedler bei vier Niederlagen keinen Punkt geholt haben, war letztlich matchentscheidend. Die Rechnung ist einfach: Einsiedeln muss im Rückkampf mit zwei Punkten Vorsprung gewinnen. Besser hätte man das Drehbuch gar nicht schreiben können.  Mit der Unterstützung des heimischen Publikums sollte das eigentlich machbar sein. «Der eine oder andere Kampf hätte ein bisschen besser für uns laufen können», befand Präsident Sven Neyer. «Wir sind weit davon entfernt, aufzugeben», gibt er sich kämpferisch. Die Messe ist noch lange nicht gelesen. Einsiedeln hat nichts zu verlieren und wird keine Geschenke machen. Das Team hat es in den eigenen Händen, die Reise fortzusetzen.   Umgekehrt haben die Rheintaler hohe Ambitionen und wollen Titel holen.  

Der ewige Aufstellungspoker

Jeder Ringer ist nun voll fokussiert, jeder will gewinnen, wofür jeder mehr als 100 Prozent abrufen muss. Es wird ein Kampf auf Messers Schneide. Jeder Tage, jede Stunde, desto näher der Beginn rückt, um so ungemütlicher wird es für die Ringer in beiden Teams.

Einsiedeln ist heiss, aber Favorit ist Kriessern. «Natürlich rechnen wir uns Chancen aus, sonst bräuchten wir nicht auf die Matte zu gehen», sagt Bürgler. Im Vorfeld kann man nicht beurteilen, wie der Kampf ausgeht, zumal man nicht weiss, wie der Gegner aufstellt.

Die Behauptung, dass die Saison erst in den Playoffs losgeht, ist natürlich Quatsch. Einsiedeln hat schon in der Qualifikation öfter unter höchstem Druck agieren müssen. Es war bereits eine harte Saison. Das Team hat alles gegeben, um die Playoffs zu erreichen. Damit gehört es zu den Top 4. Das ist schon eine Hausnummer, das ist ein Brett oder wie man es heute moderner ausdrückt, ein Megading. Eine wichtige Rolle wird wie immer im Ringen die Mannschaftsaufstellung sein. Allerdings ist es ein offenes Geheimnis, dass sich die Trainer nicht in die Karten blicken lassen. Die Fans dürfen gespannt sein, welche Ringer aufeinander treffen werden. Aus taktischen Gründen müssen sich Ringer in den Dienst der Mannschaft stellen und auch bereit sein, stilartenfremd anzutreten. Wohl so mancher Ringerkenner wird seine Rechenspiele machen, um mögliche Szenarien seines Teams durchzukalkulieren. Beim Hinkampf hatten die Rheintaler in den mittleren Gewichten Vorteile. Wegen des Stilartenwechsels in der Rückrunde könnte sich das aber ändern. Weiter braucht es am Samstagabend wohl einige Stossgebete Richtung Himmel. Eins ist gewiss: Die Ringer beider Teams werden auf der Matte leiden müssen.

Das Spektakel in der Sporthalle live zu erleben und die Ringer kräftig anzufeuern, ist ein Erlebnis. Die Stimmung im Hinkampf in Oberriet war grandios. Mit der Unterstützung der Fans hofft Einsiedeln, das Ding noch drehen zu können. Anpfiff der Partie ist um 19 Uhr.

Werner Schönbächler