35. Generalversammlung der Ringerriege Einsiedeln vom letzten Samstagabend

Die Ringerriege Einsiedeln hat im sportlichen Bereich eine insgesamt gelungene Saison hinter sich. Doch steht der Verein vor weiteren Herausforderungen, um auf höchster Ebene mithalten zu können.

W.S. An der am letzten Samstag im Restaurant Rosengarten durchgeführten Generalversammlung der Ringerriege Einsiedeln zog man Bilanz über das vergangene Jahr und fasste zugleich Vorsätze für die neuen 365 Tage. Vereinspräsident Werner Schönbächler konnte 51 Mitglieder zum Jahresrückblick begrüssen. Als Höhepunkt bezeichnete er die  in Einsiedeln mit 177 Teilnehmern durchgeführten Freistil Meisterschaften. Unter der Leitung von Urs Bürgler profilierte sich der Verein auch im organisatorischen Bereich.

 Mit Olympiasieger Davor Stefanek und Weltmeister Victor Nemes waren zwei Topringer in dieser globalisierten Weltsportart als Besucher  dabei. Während einer Trainingssession zeigten die beiden Ausnahmekönner den Einsiedler Ringern ihr grosses Können. Doch legte der Vorsitzende die Finger auch auf heikle Stellen. So muss die Pyramide unten einfach noch grösser werden. Nach dem Motto «Wer die Jugend hat, hat die Zukunft», bemühen sich alle Klubmitglieder, mehr Jugendliche zum Ringen zu bringen. Dabei ist es den Jugendbetreuern enorm wichtig, dem Nachwuchs eine solide Grundausbildung anzubieten. Es ist nämlich auch im Ringsport so: Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nie mehr. Es muss bei den Leistungsathleten eine breitere Basis erreicht werden.

Klar, Ringen ist nicht Fussball oder Eishockey. Aber trotzdem berichtete Kassier Roger Rohrer dank den  Freistilmeisterschaften und weiteren Anlässen von einem Gewinn. Daneben lebt der Verein von Sponsoren und Gönnern, die den Ringsport finanziell immer wieder unterstützen. Doch im Ringen geht es noch beinahe so wie zu Gotthelfs Zeiten: Geist ist wichtiger als Geld. Das ist gar nicht immer so schlecht. Dennoch ist es wichtig, dass der Ringsport auf einem soliden finanziellen Fundament aufgebaut werden kann. Doch ohne Idealisten gibt es keine sportliche Zukunft.

Sieben Medaillen

Sven Neyer, Technischer Leiter, und Urs Bürgler, Trainer, gingen auf die sportlichen Belange ein. Der Nachwuchs gewann an neun Turnieren dreizehn Medaillen und wurde an der Jugendmannschaftsmeisterschaft nach einem spannenden Finish Dritter. Weiter beteiligten sich die Jungringer an zahlreichen nationalen Turnieren, die eine willkommene Orientierung ermöglichten, wo der Nachwuchs steht und gleichzeitig Motivation für Wettkämpfer und Trainer sind.  

Bei den Aktiven standen Lukas Schönbächler (2.), Sven Neyer (2.), Dany Kälin (3.) Jan Neyer (3.), Adrian Mazan (1.) und  Andreas Burkard (2.) auf dem Podest. Als einziger holte Sven Neyer im griechischen und freien Stil zwei Ehrenplätze.

«Obschon wir die Bronzemedaille in der NLA-Mannschaftsmeisterschaft lediglich um zwei Punkte verpasst haben, besteht kein Grund, deswegen die Köpfe hängen zu lassen», sagte Trainer Urs Bürgler, «wir kämpften gegen Kriessern zuletzt auf Augenhöhe. Das am Schluss so wenig fehlte, ist Ansporn, weiter hart zu arbeiten.» Einmal mehr zeigte sich, dass Playoffs unberechenbar sind. Da zählen Statistiken nicht mehr viel und Prognosen  sind schwierig. Sie verzeihen keine Fehler.   Die Aussichten für diese Saison stehen nicht schlecht. Das Kader bleibt zusammen und soll noch punktuell verstärkt werden. Doch sind Transfers im ausgetrockneten Ringermarkt eine schwierige Aufgabe.  Bürgler freute sich über die zweiten Plätze am Swiss- und Waldstättercup. Der Gewinn der einen oder anderen Medaille an nationalen Meisterschaften sind in sportlicher Hinsicht realistische Ziele. Vielleicht kann die Ringerriege Einsiedeln zum «Gamebreaker» der drei grossen Teams Willisau, Freiamt oder Kriessern werden.  Für diese Vorgabe müssen die Athleten allerdings inneres Feuer und Motivation zeigen. Damit junge Ringer Wettkampferfahrung sammeln können, startet man mit einer zweiten Mannschaft in der ersten Liga.

Vorstand komplett

Als Nachfolger von Sonia Kälin, die nach fünfjähriger Vorstandstätigkeit demissionierte, wurde Remo Hausherr als neuer Aktuar gewählt. Erfreulicherweise konnten sechs Jungringer in den Klub aufgenommen werden.

Mit seinem Sieg an einem internationalen Freistil-Turnier in Spanien, an dem sich 50 Nationen beteiligten, wurde Kay Neyer zum «Newcomer des Jahres» erkürt. Er konnte wie Cyrill Kälin, dem erfolgreichsten Punktesammler der ersten Liga beim Ringklub Zürich, ein Präsent entgegennehmen.

Ruedi Beeler, Roland Kälin und Erich Bisig wurden für ihr grossen Schaffen und Wirken die Ehrenmitgliedschaft verliehen.

Unter dem Traktandum «Verschiedenes» berichtete Ruedi Beeler über die Arbeiten des aufgegleisten Sportzentrums Obere Allmeind. Noch immer muss die Ringerriege Einsiedeln als einer von wenigen Einsiedler Vereinen für die Miete des Trainingslokals jährlich einige tausend Franken hinblättern. Um dies neben allen anderen Aufgaben stemmen zu können, braucht es das bedingungslose Engagement jedes Vereinsmitgliedes.

Werner Schönbächler